Trockenschäden in der Natur

Normalerweise werden Publikationen immer mit schönen Bilder aus dem Ort verziert: Von denen gibt es reichlich in Hemmingen: vom Schloss über die schöne Kulturlandschaft des Strohgäus ist alles geboten. Ein Anblick trübt aktuell die Idylle: Wer derzeit die Obstbäume auf den Streuobstwiesen um Hemmingen herum sieht erschrickt sicherlich über den Zustand der Apfel- und Birnenbäume. Die Äste dürr, das Laub bereits abgefallen, die Früchte kaputt.

Die Mehrzahl dieser Bäume sind nicht zu retten und werden wohl im kommenden Winter gefällt. Danach sieht unsere Landschaft leider anders aus. Dies hat im Wesentlichen zwei Gründe:

  • Das Alter der Bäume: diese wurden in der Mehrzahl fast zur selben Zeit gepflanzt und sind eben irgendwann am Ende.
  • Die letzten drei Jahre, die bei uns extrem trocken waren.

Aktuell fehlen in der Region ca. 250 Liter/m² Wasser. Das ist fast die Regenmenge eines ganzen Jahres. Es betrifft natürlich nicht nur die Streuobstbäume, sondern auch unseren Wald, wo hauptsächlich Fichten und Buchen stark betroffen sind, ebenso wie die gesamte Landwirtschaft (Mais, Zuckerrüben, Getreide, Grasland). Mittelfristig ist auch die eigene Wasserversorgung in Gefahr, da der Grundwasserspiegel massiv absinkt. Die Gesamtmenge aller Niederschläge bleibt gleich. Das ist ein physikalischer Kreislauf: Wasser verdampft, kondensiert, regnet ab. Nur derzeit leider nicht bei uns.

Was können wir dagegen tun? Für uns ist es selbstverständlich den ÖPNV voranzubringen: Schienen bauen, statt Eidechsen vergrämen. Neue Wohngebiete nur mit schlüssigem Verkehrskonzept, Parken in der Vertikalen (Parkhaus) anstatt weitere Fläche zu versiegeln, den Technologiewandel gestalten, statt Innovationen zu verhindern (Breitbandausbau usw.) Industriefreundlichkeit steht dem Umweltchutz nicht entgegen. Im Gegenteil: es werden die Arbeitsplätze der Zukunft.

Wilfried Gentner

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