Versorgungsinfrastruktur: Von allen benötigt, von keinem gewollt

Betrachtet man nahezu jedes öffentliche Bauprojekt, egal ob es sich um den Ausbau von Bahnanlagen, Straßen oder Stromleitungen handelt, ist jedem klar, dass diese benötigt werden. Es wird aber genauso sicher massiv dagegen protestiert. Für die Energiewende waren einmal 2.800 Windkraftanlagen in Baden-Württemberg vorgesehen, gebaut sind nach dem Beschluss 24, für die restlichen liegen 250.000 Einsprüche vor.

In Hemmingen wird ein Interimsstandort für Mobilfunkanlagen gebaut, selbstverständlich wird das Vorhaben dafür genutzt Stimmungen und Ängste in der Bevölkerung zu schüren, die dann „schutzlos den Funkstrahlen“ ausgeliefert sind. Dieser Standort ist lediglich dem Abriss der Volksbank geschuldet, und auch nur während der Abriss- und Neubauzeit des Gebäudes aktiv. Die selben Antennen senden und empfangen derzeit auf der Volksbank und niemand scheint ein Problem damit zu haben. Selbstverständlich wertet ein solcher Gittermast das Ortsbild nicht auf (wobei dies vom Eifelturm in Paris auch mal gesagt wurde), aber dieses Provisorium ist notwendig um die Mobilfunkversorgung Hemmingens aufrechtzuerhalten.

Wenn man eine Grundsatzdebatte möchte, sollte man bereits heute darüber nachdenken, wie wir mit der nächsten Generation Mobilfunk (5G) umgehen – die Stichworte sind „Schneller, Echtzeit, Voraussetzung für IoT“. Die Bandbreite wird sich massiv erhöhen, die Funkzellen werden kleiner, es werden mehr Antennenstandorte benötigt. Wenn man diese Technologie möchte, muss man mit den Konsequenzen, also insbesondere Antennen, leben, wenn nicht, darf man sich über Unterversorgung nicht beschweren. Wir werden uns weiterhin für einen Breitbandausbau in Hemmingen – selbstverständlich auch kabelgebunden – einsetzen.

 

Für die CDU Fraktion
Wilfried Gentner

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