Zeitgemäße Bildung bedeutet (auch) digitale Kompetenz und Lehrmethoden

In den letzten Sitzungen des Gemeinderates und des Gemeindeverwaltungsverbandes Schwieberdingen-Hemmingen wurde die Anschaffung von digitalen Endgeräten je nach pädagogischem Konzept für die Grundschule und für die Glemstalschule beschlossen. 60 Systeme für Lehrer und 530 für Schüler sind natürlich eine Investition – eine, die unseres Erachtens aber gut angelegt ist. Es ist eine Investition in moderne Bildungsarbeit und wirkt sich direkt auf die Schüler und deren Kompetenzen in der Zukunft aus. Es ist auch klar, dass damit permanente Folgekosten verbunden sind. Die Lebenszyklen der Geräte sind relativ kurz.

Glemstalschule kein Bildungsmuseum

Warum unterstützen wir die Digitalisierung der Bildung so entschieden? Weil wir im Jahr 2020 angekommen sind. Die Welt ist nicht mehr analog. Und aus digitalen Konsumenten sollen Menschen mit digitaler Kompetenz werden. Eine Website zu öffnen, digital Filme zu schauen oder zu spielen ist keine Kompetenz, sondern digitales Entertainment. Dann kommt häufig der Einwand: „Dann hängen die ja nur noch vor der Kiste!“ Da ist natürlich schon etwas dran. Aber die Welt ist heute eben so. Wir wollen mit der Glemstalschule kein Bildungsmuseum in neuen wunderschönen Räumen bauen, sondern die Schüler und Lehrer in die heutige Zeit mitnehmen.

Man redet oft von neuen Techniken. Das Internet ist jetzt 30 Jahre alt. Das ist alles andere als neu. Nur in der Bildungslandschaft hat man in Deutschland diese Erkenntnis verschlafen. Dabei sollen selbstverständlich Kulturtechniken wie Handschrift, Lesen usw. nicht ersetzt werden. Die Informationstechnik soll als Werkzeug dort eingesetzt werden, wo es Sinn macht. Dazu gehören Netze und Endgeräte als notwendige Infrastruktur und Werkzeuge. Aber Digitalisierung ist selbstverständlich mehr: Organisation, intelligente Lernprogramme, Ausbildung der Lehrer- eine vollkommen andere Herangehensweise, ein Paradigmenwechsel, der von der Schulgemeinschaft gelebt werden muss. Dazu wurde ein Medienentwicklungsplan erarbeitet, der bereits viel Innovatives enthält, aber fortgeschrieben und weiterentwickelt werden muss.

Interessante Möglichkeiten durch moderne Technik

Gerade auch beim pädagogischen Konzept der Gemeinschaftsschule mit Schülern auf unterschiedlichen Lernniveaus bietet sich hier eine Entwicklungschance für alle. Während die besseren Schüler Aufgaben ohne Ende am System lösen können und von der Software korrigiert werden, kann sich der/die Lehrer(in) um diejenigen kümmern, denen die Grundlagen noch schwer fallen. Auch das kooperative und kollaborative Lernen z.B. mit außerschulischen Partnern oder Kooperationsschulen ist interessant. Richtig eingesetzt eröffnet es viele interessante Möglichkeiten und bietet auch ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Schule. Der Bund fördert mit dem „Digitalpakt Schule“ diese Entwicklung. Leider wurde es anfangs im kleinkarierten föderalen Denken der Länder zerredet. So wurde viel Zeit verloren.

Deutschland war im Einsatz neuer Techniken wie der Mechanisierung, Elektrifizierung, Mikroelektrifizierung (Unterhaltungselektronik) immer führend, hat Patente entwickelt und bedeutende Unternehmen hervorgebracht. Im Bereich Digitalisierung dominieren die Bedenkenträger. Die Leistungsträger wandern aus. SAP rekrutiert IT Experten in Kasachstan, weil sie dort in diesem Bereich besser ausgebildet sind. Das sollte uns zu Denken geben. In vielen Bereichen wurde der Anschluss bereits verpasst (Plattformtechnologie, 4/5G u.v.m). Das nächste „Big Thing“ ist KI- Künstliche Intelligenz. Wenn wir auch weiterhin in der 1. Liga mitspielen wollen, müssen wir lieber heute als morgen handeln. Ansonsten werden wir in atemberaubender Geschwindigkeit nach hinten durchgereicht. Die Innovationszyklen sind enorm kurz. Daher fordert die CDU Fraktion hier entschiedenes Handeln.

Wilfried Gentner

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