Bericht vom Abwasserzweckverband Gruppenklärwerk Talhausen

Bericht aus der Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbands Gruppenklärwerk Talhausen am 20. Oktober 2020 in Schwieberdingen

Ein wichtiges Thema in den Verbandsversammlungen ist immer wieder die geplante Gründung des Zweckverbands Klärschlammverwertung Böblingen. Auch dieses Mal war das Thema auf der Tagesordnung, da die Gründungssatzung verändert wurde und deshalb nochmal ein Verbandsbeschluss notwendig wurde. Bekanntlich sollte die Gründungsversammlung bereits im Frühjahr stattfinden, wurde aber Corona-bedingt verschoben. Alle Beteiligten hoffen nun, dass die Gründungsversammlung noch in diesem Herbst stattfinden kann.

Wie schon mehrfach berichtet, darf durch die Vorgaben der neuen Klärsschlammverordnung kein Klärschlamm mehr deponiert oder auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht werden. Auf diese Weise soll die Einbringung von giftigen und/oder belastenden Stoffen und Mikroplastik in die Böden und damit in die Nahrungskette nachhaltig vermieden werden.

Umweltschutzgründe waren nicht allein ausschlaggebend für die Neufassung der Klärschlammverordnung. Es geht dabei auch um die Rückgewinnung von Phosphor. Phosphor ist in der nach dem Verbrennungsvorgang übrig gebliebene Asche und kann daraus recycelt werden. Phosphor ist einer der weltweit wichtigsten Rohstoffe überhaupt. Er muss aus begrenzten Lagerstätten, die vornehmlich in Schwellenländern liegen, bergmännisch abgebaut werden. Ohne Phosphor kann der Mensch nicht leben. Phosphor ist für das Pflanzenwachstum unersetzlich und wird von der Pflanze in Form von Phosphat (P2 O5) aufgenommen. Es ist u.a. bedeutsam für die Zellfunktionen sowie für den Aufbau der Zellmembran. Phosphor ist an allen Stoffwechselprozessen in der Pflanze beteiligt. Eine ausreichende Versorgung der Pflanze mit Phosphor gewährleistet eine höhere Resistenz gegenüber Krankheiten.

Ein weiterer Grund für die Gründung des Zweckverbands ist die Entsorgungssicherheit. Wie lange die Mitverbrennung von Klärschlamm in Kohlekraftwerken und Zementwerken möglich sein wird, ist wegen des möglichen Kohlausstiegs Deutschlands ungewiss, zumal durch die Vermischung der Aschen die Phosphorrückgewinnung erschwert oder unmöglich gemacht wird. Die Monoverbrennung von Klärschlamm, also die ausschließlich thermische Behandlung von Klärschlamm in einer Verbrennungsanlage unter Ausschluss anderer Brennstoffe, wird die zentrale Rolle in der Klärschlammverwertung werden. Wir werden Sie an dieser Stelle über die weitere Entwicklung dieses wichtigen Umweltprojekts auf dem Laufenden halten und immer wieder darüber berichten.

Walter Bauer
Gemeinderat (CDU)

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