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Das „Bähnle“ und der ÖPNV

Der von uns und allen Anrainern der Strohgäubahn verwendete Name „Bähnle“ zeigt schon, dass dies nicht nur ein Transportmittel ist, sondern dass wir einen gewissen emotionalen Bezug zur Strohgäubahn haben, auch wenn der Betrieb für die Steuerzahler(innen) sehr teuer ist. Wie in den letzten Wochen mehrfach in verschiedenen Artikeln beschrieben, nutzen wir die aktuellen Haushaltsdiskussionen, um über weitere Investitionen, an denen die Gemeinde beteiligt ist, zu berichten. Von der 10 Mio. Euro Investition in die Klärstufe 4 des Abwasserzweckverbandes Talhausen, der Beteiligung am 30 Mio. Euro teuren Umbau unserer gemeinsamen Glemstalschule über die geplante Beteiligung an einem interkommunalen Gewerbegebiet und vielen weiteren Unternehmungen spannen sich die Infrastrukturprojekte in die Ihre Steuergelder investiert werden. Heute geht es um die  Investition und die Betriebskosten des ÖPNV, insbesondere der Nebenbahn. Nachdem die Werkstatt nach Korntal umgezogen ist und Schienen und Signalanlagen auf den neuesten Stand der Technik gebracht wurden, stand nun die Ersatz- und Erweiterungsbeschaffung von Triebwagen an. Die Bahn wird erfreulicherweise sehr gut angenommen, sodass zu den Hauptverkehrszeiten weitere Kapazitäten benötigt werden. Das Problem dabei ist, dass die Regioshuttles in der uns bekannten Form vom Hersteller nicht mehr gebaut werden und daher am Gebrauchtmarkt zwei Züge der Bodensee- Oberschwabenbahn erworben wurden. Diese müssen jedoch überführt, auf unsere Software umgerüstet und mit anderen Wagonkupplungen versehen werden, dass die Waggons mit dem Bestand kompatibel sind. mBeschaffung und Umbaukosten belaufen sich auf 5,3 Mio. Euro. Die Züge können Anfang 2023 in Betrieb gehen. Neben den reinen Investitionskosten wird der ÖPNV von den Hemminger Steuerzahlern mit jährlich ca. 630.000 Euro bezuschusst. 550.000 Euro entfallen auf die Nebenbahn, der Rest auf den Busverkehr. Allein 68.000 Euro lässt sich die Gemeinde den Zuschuss zur niedrigeren Tarifzone kosten, was die CDU der Region beantragt hatte. Diesen geringeren Tarif merken die Nutzerinnen der Bahn direkt im Geldbeutel. Uns ist die Notwendigkeit eines funktionierenden ÖPNV für die Energie- und Mobilitätswende bewusst, daher tragen wir auch sinnvolle Investitionen in diesem Bereich mit. Interessant wäre auch die Strecke und die Züge für ein Wasserstoff-Pilotprojekt anzubieten. An diesem Thema bleiben wir dran, wenn auch eine andere Strecke hier wohl die Nase vorn hat. Selbstverständlich wäre nach wie vor die Weiterführung der Strecke nach Zuffenhausen oder Feuerbach wünschenswert. Dies ist aber nicht realistisch, da die Erhöhung der Taktfrequenz  auf den S-Bahn Linien Priorität hat und dadurch für das gesamte VVS-Gebiet mehr Menschen vom ÖPNV profitieren. Auch eine Anbindung des Fernbahnhofs Vaihingen/Enz über Bustransfer wäre eine gute Sache. Die Nachfrage scheint allerdings sehr gering und daher wirtschaftlich nicht vertretbar zu sein.

Für die CDU Fraktion
Wilfried Gentner