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Digitalisierung in der Verwaltung

Wir waren in der letzten Woche schon etwas überrascht, als wir im Gemeindeblatt den Artikel einer Fraktion zum Thema Digitalisierung gelesen haben. Dieser wurde vor der GR Sitzung veröffentlicht. Das ist natürlich legitim. Aber der Artikel kann keinerlei neue Erkenntnisse liefern, als die, die in der öffentlichen Gemeinderatsvorlage stehen. Wir als CDU Fraktion trauen den Bürgern schon zu, diese selbst zu lesen und sich dazu ihre Gedanken zu machen.

Um was geht es: Allgegenwärtiges und sehr wichtiges Thema: Digitalisierung in Gemeinde und Kommune. Wir als CDU Fraktion haben den Antrag gestellt, die Gemeinde möge uns und den Bürgern ein regelmäßiges update geben, welche Verfahren umgesetzt, und welche wann eingeführt werden. Wir bedanken uns für die schnelle Reaktion auf unseren Antrag, der in der letzten VA Sitzung in aller Ausführlichkeit vorgestellt wurde.

Dabei stellen wir uns lediglich eine einzige, zentrale Frage: Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern: WELCHE VORTEILE stehen den Bürgern und der Verwaltung WANN zur Verfügung.

Die Anforderungen sind komplexer als es nach außen scheint: Es ist nicht damit getan, mal geschwind eine Excel Liste zur Berechnung irgendwelcher Kosten zu erstellen: Sondern die erfassten Daten müssen mit allen weiteren Anwendungen im Hintergrund (Back Office) wie Finanzbuchhaltung, Abrechnung, Haushaltswesen, dem Controlling usw. sowie den nachgeordneten stellen wie LRA, GPA etc. zur Weiterverarbeitung zur Verfügung stehen. Und dies selbstverständlich unter Beachtung aller Datenschutzrichtlinien und Sicherheitsvorkehrungen. Der Gesamtprozess muss abgebildet werden. Die meisten dieser Verfahren und Anwendungen entwickelt die Gemeinde nicht selbst, sondern sie werden von der Kommunalen IT bereitgestellt. Dass Mitarbeiter*innen geschult und Abläufe in der Verwaltung verändert werden müssen, versteht sich von selbst. Unser Ziel ist: schnellstmöglich so viele Standardabläufe wie möglich zu digitalisieren, damit die Bürger unabhängig von Zeit und Terminvereinbarungen darauf zugreifen können. Somit gewinnen die Mitarbeiter der Verwaltung Zeit für beratungsintensive, individuelle Problemstellungen der Bürger. Bisher wurden bereits viele interne Verfahren (GIS, Kataster, Ratsinformationssystem … siehe GR-Vorlage) umgesetzt und die Prozesse dahingehend angepasst, damit neue Anwendungen schnell und kompatibel mit Nachfolgesystemen implementiert werden können. Warum dauert die Einführung bei uns in Deutschland gefühlt langer als anderswo? Weil wir hinsichtlich Daten- und Persönlichkeitsschutz – zurecht – höchste Anforderungen haben. Am Beispiel der CORONA Warn APP, die der Kontaktnachverfolgung dienen sollte, zeigt sich aber auch: Als alle Bedenkenträger, die bei Amazon, in sozialen Medien und anderen Plattformen alles über sich preisgeben, zufriedengestellt waren war die Anwendung so abgespeckt, dass sie Ihren eigentlichen Nutzen (Kontaktnachverfolgung und Pandemieeindämmung) verlor und nicht mehr akzeptiert wurde. Aus dem „Gamechanger“ wurde ein teurer Flop. Übrigens: In unseren Schulen (Grundschule und Glemstalschule) sind wir deutlich weiter als vergleichbare Bildungseinrichtungen im Kreis und Land. In vielen erst kürzlich sanierten oder neuen Gebäuden hätte unserer Meinung nach mehr in Richtung Leittechnik, digitale Schließanlagen und vorbeugende Wartung unternommen werden können.

Wir als CDU Fraktion forcieren das Thema sehr stark und werden Sie weiterhin über Entwicklungen informieren. Digitalisierung nicht als Selbstzweck, sondern zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger Hemmingens.

Für die CDU Fraktion Wilfried Gentner