Gedanken zum Thema Sozialarbeit und Schulsozialarbeit

Als die Hauptschule in Hemmingen, mangels Schüler, am Auslaufen war, stellte man sich schon die Frage, was/wo ist die Zukunft oder die Notwendigkeit einer Schulsozialarbeit an der Grundschule.

Gibt es wirklich so viele Schüler im Grundschulbereich, die sozialer Hilfestellungen bedürfen? Oder generiert man irgendwie neue Probleme um die Stelle(n) zu rechtfertigen? Auch das Jugendhaus Astergarten, das gemeinsam mit Mitarbeitern der Paulinenhilfe betrieben wird, wurde in manchen Haushaltsjahren hinterfragt, wissend, dass es bedauerlicherweise nicht mehr den ursprünglichen Ansatz der selbstverwalteten Jugendarbeit verfolgt oder verfolgen kann. Auch an unserer Glemstalschule ist Schulsozialarbeit selbstverständlich fester Bestandteil des Schullebens.

Hier in Hemmingen wird die Sozialarbeit seit Jahren hauptsächlich durch Gregor Adam personifiziert, der sowohl in der Schule, im Streetworking als auch im Astergarten Identifikationsfigur und Ansprechpartner ist. Er ist auch einer der wenigen männlichen Personen im Bildungsumfeld der Jugendlichen, was schon einen Wert an sich darstellt.

Die Schulsozialarbeit hat das Ziel, junge Menschen zu fördern, die aufgrund äußerer Umstände in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind. Häufig betrifft dies besondere Situationen im Elternhaus, häusliche Gewalt, aber auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, die in dieser Gesellschaft erst einmal menschlich, schulisch und sprachlich ankommen müssen. Wir werden all die Angebote auch weiterhin kritisch Hinterfragen und auf Doppelstrukturen überprüfen. Grundsätzlich in Frage gestellt wird das Angebot von keiner Fraktion im Gemeinderat.

Der Schulsozialarbeiter ist Mittler zwischen Schule/KITA und den Institutionen der Gemeinde, den Vereinen, des Hortes und des Astergartens. Auch in Problemfällen mit der Polizei und der offenen Jugendarbeit. Neue Aufgaben kommen hinzu: Was passiert im Internet, Integrationsaufgaben mit Geflüchteten und Migranten. Selbstverständlich bieten hier auch die Vereine wichtige Angebote. Aber es gibt eben Jugendliche, die sich mit keinem der Angebote der Institutionen identifizieren. Auch diese sollten nicht verloren gehen und in ihrer weiteren Bildungslaufbahn eine Chance haben.

In einem Gespräch mit Herrn Adam erzählte dieser, dass sich seine Arbeit in diesem Pandemie-Jahr sogar noch auf den häuslichen Bereich ausgedehnt hat. Nicht alle verfügen über eine brauchbare Netzanbindung, Endgeräte oder kommen mit den Anforderungen der Einrichtung von z.B. Videokonferenzsystemen zurecht. Homeschooling hört sich so einfach an, scheitert aber häufig an der notwendigen Infrastruktur und an Kenntnissen wesentlicher Zusammenhänge. Auch aus diesem Grund hat sich die Investition in Digitalisierung unserer Schulen gelohnt, die die CDU-Fraktion sicherlich wesentlich vorangetrieben hat.

Im kommenden Jahr wird der Astergarten 40 Jahre alt und ist im Schwabenalter angekommen. Zeit, sich mal wieder grundsätzlich mit dem Thema zu beschäftigen. Derzeit ist die Sozialarbeit wichtiger denn je.

Wilfried Gentner
Gemeinderat (CDU)

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