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Parkraumanalyse und die Situation in Hemmingen

Bauen und verdichten im innerörtlichen Bereich ist Konsens bei allen Fraktionen. Nicht nur in Hemmingen. Innerörtliche Bauflächen nutzen, bevor im Außenbereich weitere Flächen erschlossen und zersiedelt werden. (Wie passt das mit dem Konzept der Freiflächenphotovoltaik der Landesregierung zusammen?) Selbstverständlich sollte der Ort durch Ladengeschäfte und Gastronomie auch lebensfähig und attraktiv gestaltet werden. Die Geister scheiden sich spätestens beim Verkehr und bei der Frage nach Parkplätzen. Auch wir plädieren dafür, wo immer es möglich ist, aufs Auto zu verzichten, um zumindest den innerörtlichen PKW-Verkehr zu reduzieren.

Dennoch fordern wir als CDU-Fraktion nach wie vor ein ausreichendes Angebot an innerörtlichen Parkplätzen, gerade um die Attraktivität des Ortes zu erhalten. Die Gründe liegen auf der Hand:

Neue Gebäude mit neuen Bewohnern benötigen laut Landesbauordnung 1,5-2 Stellplätze/ Wohnung. Diese würden sogar häufig ausreichen, wenn die Garagen zweckgebunden verwendet würden.

Wenn der Ort und die Ladengeschäfte weiterhin von den Bürgern angenommen werden sollen, müssen diese auch angefahren werden können. Ansonsten verlagert sich der Einkauf vollends zu den Discountern am Ortsrand, die ausreichend PKW-Parkplatzflächen anbieten. Bevor in der Hauptstraße 4 und ev. auch in der Hauptstraße 7 weiter verdichtet wird, hat die CDU-Fraktion einen Antrag gestellt, die Parkflächensituation einmal grundsätzlich zu analysieren.

Das Resultat: Es gibt aktuell 134 öffentliche Parkplätze im Kerngebiet und 286 im Ortsgebiet. Eine Parkplatzempfehlung des Landes für einen Ort wie Hemmingen empfiehlt für den Kernbereich 122-150 Parkplätze. Demzufolge liegen wir mit unseren 134 Stellplätzen im grünen Bereich. Die Auslastung der Plätze liegt bei 70 %. Teilweise werden die öffentlichen Parkplätze auch als Dauerstellplätze missbraucht. Daher wurden an vielen Stellen Sensoren installiert, die ein Überschreiten der Parkzeit erkennen. Dies hat nichts mit Überwachung zu tun, sondern es soll verhindern, dass öffentliche Stellplätze zweckentfremdet werden.

Bei der Diskussion ist auch die Art der Geschäfte und Einrichtungen zu beachten. Ärztehaus und Rehaeinrichtungen können von manchen Menschen mit eingeschränkter Mobilität nur per Auto erreicht werden. Hörgeräteakustiker und Optiker haben auch Kunden aus den umliegenden Orten, die irgendwie anreisen müssen, usw.

Fazit: Was die Anzahl der Parkplätze anbetrifft, ist die Situation vergleichsweise gut. An unterirdische Parkplätze wird man sich gewöhnen müssen. Die pauschale Verteufelung des Individualverkehres tragen wir nicht mit. Unsere Gemeinde und die gesamte Region lebt nicht schlecht von dieser Branche, die sich ebenfalls in einem riesigen Veränderungsprozess befindet. Gleichwohl unterstützen wir, wo immer es geht, eine gesunde Mischung aus ÖPNV, Fahrrad und PKW. Selbstverständlich sollten alle vermeidbaren Fahrten mit Verbrennungsmotoren reduziert oder unterlassen werden. Aber zu dieser Erkenntnis brauchen Sie uns sicherlich nicht. Das sollte selbstverständlich sein.

Für die CDU-Fraktion: Wilfried Gentner