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Regenerative Energie in Hemmingen: Status und nicht genutzte Möglichkeiten

Wir hatten zu diesem Thema: regenerative Energien in Hemmingen: Versorgungsgrad und Status schon vor einem halben Jahr in anderem Kontext berichtet. Aber aufgrund aktueller Diskussion und einiger Nachfragen hier nochmals unsere Meinung zum Thema Energieversorgung und- gewinnung in Hemmingen. Den Begriff „nachhaltig“ möchte ich hier bewusst nicht verwenden. Dieser wird mittlerweile von der Werbung und den Marketingabteilungen für Alles und Jedes inflationär missbraucht.

Neulich kam der Bericht einer GR-Fraktion, in dem der Ausbau des Fernwärmenetzes gefordert wird. Durch die Gasmangellage, verursacht durch den sinnlosen Krieg des „lupenreinen Demokraten“ (ex Kanzler Schröder) wachen jetzt auch die Letzten in Hemmingen auf. Dabei ist bereits seit 2006 die erste Biogasanlage (damals 625 kW) in Betrieb, dann folgte die zweite und die Holzhackschnitzelanlage. Alle Großverbraucher, das Gewerbe und die öffentlichen Gebäude sowie viele Privathaushalte, die an der Trasse liegen sind bereits angeschlossen. Selbstverständlich muss es auch für den Betreiber wirtschaftlich sein. Bei dem erschließungstechnischen Aufwand, der betrieben werden muss kann nicht jedes Einfamilienhaus individuell versorgt werden, sondern man muss in kompletten Erschließungsgebieten denken. Aber auch bei diesem Thema gibt es wie bei allem eine Kehrseite der Medaille: Auf wieviel Ackerfläche kann Mais zur Energiegewinnung angebaut werden und wieviel Holz geben unsere Wälder her, bevor die ökologische Gesamtbilanz solcher Anlagen ins Negative kippt? (Biodiversität, Monokultur, Lebensmittelanbau usw.) Bei der Erschließung des Baugebietes Hälde haben wir gefordert, diese mit Fernwärme zu versorgen, haben damals aber keine Unterstützung anderer Fraktionen bekommen.

Dann gibt es noch das Thema: Freiflächenphotovoltaik. Es sollen vermehrt auf Ackerflächen Solarkollektoren oder PV-Anlagen aufgestellt werden. Solange nicht alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind lehnen wir dies mehrheitlich ab. Es werden nach wie vor Parklätze auf riesigen Flächen vom Landratsamt genehmigt und ohne Auflagen gebaut. Über einen Großparkplatz im Gewerbegebiet hatten wir schon berichtet. Aktuell entsteht der Neubau eines Supermarktes mit entsprechendem Parkplatzangebot. Man mauert den Parkplatz mit Lärmschutzwänden ein, damit zumindest die unteren Etagen der gegenüberliegenden Wohnungen keine schlagenden Autotüren hören müssen, was die letzten 40 Jahre kein Problem war. Warum muss ein solcher Parkplatz nicht auf einer 2. Ebene mit Solarpanels überbaut, und die Lärmschutzwand mit solchen verkleidet werden? Jede Fläche zählt. Wenn es der Eigentümer des Marktes nicht selbst realisieren möchte können es externe Investoren, die solche Flächen händeringend suchen.

Warum kann z.B. ein Parkplatz oder die Autobahn nicht so genutzt werden. Die Fläche ist bereits versiegelt.

Angenehmer Nebeneffekt: Auch die Schallausbreitung in die höheren Etagen wäre reduziert, die Fahrzeuge stünden im Schatten, E-Mobile könnten während des Einkaufs geladen werden u.v.a.

Also: Die CDU Hemmingen unterstützt, fordert und fördert JEDE in der Gesamtenergie- und Ökobilanz SINNVOLLE Investition in regenerative Energieproduktion. Und dies nicht erst seit sich am Gasmarkt ein Problem abzeichnet. Es ist sicherlich nicht schwierig vorherzusagen, dass sich durch den Mangel die Nachfrage nach anderen Energieträgern wie Holz, Biomasse oder Strom massiv erhöht und auch in diesem Bereich die Preise explodieren werden. Lustige Zeiten sind das nicht. Nicht für uns und am aller wenigsten für die direkt betroffenen im Kriegsgebiet, für die wir in der Hochdorfer Straße eine Containeranlage aufgebaut haben, die in den kommenden Wochen in Betrieb geht.

Die CDU Fraktion wünscht Ihnen trotz allem eine schöne Urlaubszeit.

Für die CDU Fraktion:
Wilfried Gentner