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Sanierung und Erweiterung der Glemstalschule

In der letzten Sitzung des Gemeinderates am 28.09.2021 ging es beim wichtigsten Tagesordnungspunkt um die Vorstellung des besten Bieters und Informationen zur Vergabe an einen Generalunternehmer. Um es vorweg zu nehmen, das von der Verwaltung vorgestellte Ergebnis war eine große positive Überraschung. Zwei Punkte ragen dabei deutlich heraus. Zum einen wird der vorgegebene Kostenrahmen eingehalten, zum zweiten kann die Bauzeit um ein Jahr verkürzt werden, so dass schon zum Ende des Schuljahrs 2024 die neuen Schulräume bezogen werden können. Ich möchte später noch einmal auf die zwei Punkte eingehen. Die positive Überraschung meint, dass es fast einem Wunder gleich kommt, dass die Verwaltung nun einen Entwurf für die Sanierung und Erweiterung der Glemstalschule vorlegen kann, der in einem breiten Konsens nicht nur von den Gremien mitgetragen wird, sondern auch von der gesamten Schulgemeinschaft, die sich in Workshops zu Beginn der Planungen mit einbringen konnte.

Vergangenheit

Wenn man die Historie der Glemstalschule in den letzten Jahren betrachtet, so waren es vor allem die negativen Schlagzeilen in der Presse, mit denen die Schule in der Öffentlichkeit bekannt wurde. Es war der öffentlich ausgetragene Streit zwischen Schulträger und Schulleitung um die künftige Aufstellung der Schule, die skurrile Situation der Gründung eines zweiten Fördervereins, neben dem seit Jahrzehnten bestehenden, durch den ehemaligen Schulleiter der Glemstalschule. Eine Elternbeiratsvorsitzende, die die Schule in der Öffentlichkeit schlecht redete und angebliche gravierende Sicherheitsmängel erfand, um dem Schulträger Versäumnisse vorwerfen zu können und die Schulträgerschaft in die Verantwortung des Landes zu übertragen. Es wurde von Eltern eine Homepage erstellt, mit dem Zweck die angeblichen Sicherheitsmängel zu dokumentieren. Und es gab eine denkwürdige Sitzung des GVV (Gemeindeverwaltungsverband) in Schwieberdingen, bei der über 100 Eltern und Schüler wegen der erfundenen Sicherheitsmängel demonstrierten.

Neuanfang

Alles vergessen. Es gibt eine neue Schulleitung, die vertrauensvoll und lösungsorientiert mit dem Schulträger zusammenarbeitet. Die Sicherheitsmängel waren erfunden. Die Homepage wird längst nicht mehr betrieben, der zweite Förderverein hat sich wieder aufgelöst, die beiden Elternbeiratsvorsitzenden sind ersetzt worden.

Dank

Dass wir jetzt einen Vorschlag auf dem Tisch haben, der im breiten Konsens getragen wird, hat auch mit unseren beiden Bürgermeistern, Herr Schäfer und Herr Lauxmann, zu tun. Ohne das gute persönliche Verhältnis zwischen den beiden Bürgermeistern wäre dies nicht möglich gewesen. Sie haben beide auch in Zeiten kontroversester Diskussionen immer den roten Faden vorgegeben und er lautete: Sanierung und Erweiterung der vierzügigen Glemstalschule. Für diese mitunter sehr schwierige Arbeit gilt der herzlichste Dank der CDU-Fraktion. Unser Dank gilt auch den beiden Verwaltungen für die unzähligen Sitzungen und Besprechungen, um das vorliegende Ergebnis vorstellen zu können. Ein Dank auch an die beiden Büros von Drees & Sommer sowie Menold Bezner, ohne deren professionelle Leitung das Ergebnis ebenfalls nicht vorstellbar wäre. Ein Dank auch an die neue Schulleitung, an Frau Benner und Frau Noller. Beide haben durch Ihre pragmatische und zielorientierte Arbeit wieder ein gutes Verhältnis von Schulträger und Schulleitung ermöglicht, ohne eine gute Zusammenarbeit wäre ein Projekt wie die Sanierung der Glemstalschule nicht realisierbar. In diesem Zusammenhang müssen auch die beiden neuen Elternbeiratsvorsitzenden Tanja Winter und Andreas Meissner genannt werden, die den Elternbeirat wieder zur Sacharbeit zum Wohle der Schule zurückgeführt haben.

Ergebnis

Die Einhaltung des vorgegebenen Kostenrahmens von 23 Mio. Euro war nur deshalb möglich, weil unerwarteterweise ein deutlich höherer Zuschuss von Bundesmitteln geflossen ist. Die Mehrkosten von knapp 5 Mio. Euro sind aber erklärbar. 2015 wurde die Machbarkeitsstudie und somit die ersten Planungen gestartet. Die Welt hat sich seither weiterentwickelt. Durch die Corona- Pandemie gab es zusätzliche Hygiene-Vorschriften in Form von Handwaschbecken in jedem Klassenzimmer. Mehrkosten fast 400.000 Euro. Die Energie- und Klimaschutzstandards sind deutlich gestiegen. So wurde die Photovoltaik-Anlage viermal größer als geplant. Zusätzlich gibt es einen Verbindungssteg zischen dem neuen und dem alten Schulgebäude. Also alles nachvollziehbare Gründe für die Kostensteigerung. Letztlich beträgt die Investitionssumme ca.28 Mio. Euro, abzgl. eines Zuschusses von 4,1 Mio. Euro ergeben 23,9 Mio. Euro.

Bauzeit

Die größte Überraschung ist die um ein Jahr verkürzte Bauzeit, die dadurch erreicht wird, dass nicht im laufenden Schulbetrieb saniert wird, sondern die Schule über die Bauzeit komplett in Interimscontainer umzieht. Dadurch wird der Bezug der neuen Schulräume nicht wie geplant zum Schuljahr 2025/26, sondern schon im April/Mai 2024 möglich.

Fazit

In den vergangenen Jahren hatte die Schule stabil um die 70 Anmeldungen für die jeweilige 5. Klasse. Gebaut wird vierzügig für bis zu 112 Kinder. Die Investitionen werden uns über Abschreibungen und Kapitaldienst in den nächsten Jahrzehnten in unserem Haushalt begleiten. Wir wünschen uns deshalb für den Neustart der Schule nach der Sanierung steigende Anmeldezahlen. Die CDU-Fraktion freut sich über die insgesamt positive Entwicklung an der Glemstalschule und vor allem über den breiten Konsens in den Gremien in Schwieberdingen und Hemmingen sowie in der gesamten Schulgemeinschaft und stimmt der Investition zu.

Walter Bauer CDU-Fraktionsvorsitzender