Schulsozialarbeit (nicht nur) in CORONA-Zeiten

In der letzten VA Sitzung wurde wieder mit allen Beteiligten in einer öffentlichen Videokonferenz die Jugendarbeit (Astergarten) und die Schulsozialarbeit in CORONA-Zeiten vorgestellt und besprochen. In diesem Bericht soll hauptsächlich auf die Schulsozialarbeit eingegangen werden. Mit dem Ende der Hauptschule haben wir uns gefragt, wie soll es mit der Schulsozialarbeit weitergehen. Wird diese im Grundschulbereich noch benötigt? Ist der Bedarf bei den „Kleinen“ weiterhin in dieser Form vorhanden? Hin und wieder muss man auch bestehende Strukturen hinterfragen und gegebenenfalls auflösen, bevor sie sich einfach -weil es schon immer so war- verselbständigen. Aber es wurde schnell erkannt, dass Schulsozialarbeit und das begleitende Streetworking auch in diesem Altersbereich (leider) notwendig ist. Dann folgte 2015/2016 die Flüchtlingswelle mit Menschen aus Krisengebieten, die bei uns Zuflucht suchten. Aber auch mit ungeregelter Zuwanderung, was ab einem gewissen Prozentsatz die Integrationsfähigkeit einer Gesellschaft an die Grenze des Verkraftbaren bringt. Da reicht ein „Wir schaffen das“ der Kanzlerin nicht aus, wenn auf der umsetzenden Ebene die Kommunen allein gelassen werden. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war selbstverständlich auch jedes Fragezeichen hinter der Notwendigkeit der Schulsozialarbeit im Grundschulbereich verschwunden. Die Kinder können nichts dafür und sollen selbstverständlich dieselben Chancen in eine positive Zukunft bekommen. Das ist keine Frage. Jetzt haben wir seit 13 Monaten die COVID-19 Pandemie mit Lockdowns, Schulschließungen, video- oder hybridem Unterricht, teilweise werden die Kitas und Schulen erst Stunden vor Unterrichtsbeginn über eine neue Situation unterrichtet. Glücklicherweise hat sich Hemmingen, sowohl für die Grundschule als auch für die Glemstalschule bereits deutlich vor der Pandemie auf den Weg in moderne Formen des Unterrichts gemacht und ein Digitalisierungskonzept beschlossen, das von der Gemeinde und von den Schulen hervorragend umgesetzt wurde. Hier waren wir als CDU-Fraktion gewiss mit Treiber der Entwicklung. In dieser, für die Schulen, die Schüler und die Familien schwierigen Zeit hat sich die Tätigkeit des Herrn Adam und seine Vernetzung in Hemmingen bestens bewährt. Es haben sich vollkommen neue Aufgabenstellungen ergeben: Viele Kinder hatten keine digitalen Endgeräte zuhause, keinen entsprechenden Internetzugang oder in der Familie nicht die technischen Kenntnisse die Systeme so einzurichten, dass ein den geänderten Rahmenbedingungen entsprechender Unterricht möglich war. Auch die Probleme innerhalb der Familien haben sich teilwiese verschärft, so dass sich die Schulsozialarbeit auch in die Wohnungen der Schüler, in technische Integration und Familienbetreuung verlagert hat. Vor diesem Hintergrund war unser Vorschlag, die Arbeit der Schulsozialarbeit für Herrn Adam auszudehnen und dafür die Tätigkeit im Astergarten zu reduzieren. Aber die Aufgabenbereiche vermischen sich ohnehin und sind nicht deutlich voneinander abzugrenzen. Solange es funktioniert, können wir mit dem vorhandenen Modell, das eher eine geänderte interne Verrechnung gewesen wäre, sehr gut leben. Fazit: Die Schulsozialarbeit in Hemmingen ist wichtiger denn je. Herr Adam und sein Team machen hier einen guten Job. Dennoch erlauben wir uns die Notwendigkeit verschiedenster Maßnahmen immer wieder kritisch zu hinterfragen und wenn es sein muss, auch in Frage zu stellen.

Für die CDU-Fraktion Wilfried Gentner

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