Vereins- und Jugendförderung in Hemmingen

Auf Antrag der CDU-Fraktion wurde der Tagesordnungspunkt in der letzten Sitzung des Verwaltungsausschusses von der Agenda genommen. Das Thema hört sich trivial an, ist aber bei genauerer Betrachtung, wie bei vielen Entscheidungen, die zu fällen sind, komplexer als es scheint.

Man hat als Gemeinde einen Gleichbehandlungsgrundsatz für alle Bürger und Institutionen, es gibt einen massiven Steuereinbruch zu verkraften, die Themen, die die unterschiedlichsten Vereine behandeln, sind nicht unbedingt vergleichbar und auch nicht gleich kostenintensiv (Sport, Musik, DRK, viele andere Organisationen leisten Jugendarbeit). Die gesamte Thematik sollte bei der Gemeinderatsklausur, die Covid-19 zum Opfer gefallen ist, intensiv behandelt werden. Aber wie gesagt: Corona und in Folge ein bisher abzusehendes sechs Mio. Defizit der Gemeinde bei den Steuereinnahmen haben eine neue Ausgangssituation geschaffen.

Jetzt ist uns die Wichtigkeit der Vereine mit deren unterschiedlichen Angeboten durchaus bewusst. Alle Fraktionsmitglieder und fast alle CDU-Mitglieder sind in mindestens einem der Hemminger Vereine. Nahezu alle Hauptversammlungen werden von uns besucht, so dass wir die Probleme der Vereine und Organisationen sehr gut kennen und wo immer möglich fördern wollen. Aber wir kennen auch die derzeitige Finanzsituation der Gemeinde. Daher war uns die Nachhaltigkeit der Entscheidung, insbesondere beim wichtigen Punkt der Jugendförderung, wichtiger als ein aus unserer Sicht unausgegorener Schnellschuss.

Vereinsförderung: ein erster Kollateralschaden des Lockdowns? Ja und hoffentlich nur vorübergehend. Zwischenzeitlich hat sich bereits eine Arbeitsgruppe der Fraktionen getroffen. Es wurde auf persönlicher Ebene nochmals mit Vereinsvertretern kommuniziert, um im Rahmen des derzeit möglichen die richtige Lösung zu finden. In diesem Vorschlag wird nicht wesentlich weniger Geld ausgeschüttet, es wird aber anders verteilt. Schwerpunkt ist nicht die Gießkanne, sondern die qualifizierte Jugendförderung in den Vereinen und Selbstverantwortung über den Einsatz der Mittel. Dies alles muss natürlich noch dem Gemeinderat vorgelegt und abgestimmt werden.

Wichtig ist uns aber ebenso an die Verantwortung aller Vereine und Mitglieder zu appellieren, ihren Verein wo immer es geht finanziell und durch Arbeitseinsatz zu fördern. Die CDU unterstützt die Vereine wo immer es geht. Wir fühlen uns aber auch für den wirtschaftlichen Einsatz der Steuergelder der Bürger und Unternehmen verpflichtet. Das hört sich nach trivialer Allerweltsfloskel an. Es ist aber genau so gemeint. Fast alle Entscheidungen sind Abwägungen zwischen zwei gegensätzlichen Interessenspolen.

Wilfried Gentner
Gemeinderat (CDU)

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