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Waldbegang des Gemeinderats am 13.05.2022

Der Waldbegang ist immer ein besonderer Termin im Jahreskalender des Gemeinderats und so waren wir froh, dass nach dem Corona bedingten Ausfall des im vergangenen Jahr am letzten Freitag wieder ein Waldbegang stattfinden konnte. Wie immer unter der Führung unseres Revierförsters Steffen Frank und dem Leiter der Fachabteilung Wald am Landratsamt Ludwigsburg, Dr. Michael Nill.

Sie zeigten uns auf dem zweistündigen Spaziergang ausgehend von der Waldhütte in Richtung Spitzenwald verschiedene Waldbilder. Der Hemminger Wald ist geprägt von ganz jungem und ganz altem Baumbestand. Die mittelalterlichen Bäume zwischen 80 und 100 Jahren sind zum großen Teil den beiden Jahrhundert-Stürmen Wiebke im Jahr 1990 und dem Lothar im Jahr 1999 zum Opfer gefallen.

Dies ist auch der Grund, dass im Hemminger Wald seit vielen Jahren die Aufforstung und Jungbestandspflege im Vordergrund der Arbeiten stehen. So wie wir heute von den Investitionen unserer Vorfahren profitieren, sind wir verpflichtet, auch unseren nachfolgenden Generationen einen funktionsfähigen Wald zu hinterlassen.

Das alles überragende Thema seit vielen Jahren auf dem Waldbegang aber ist der Klimawandel und die Frage, welche Baumart am besten mit dem wärmeren und trockeneren Bedingungen zurechtkommt. Beim Nadelholz wird bei Neuanpflanzungen schon lange die flachwurzelnde Fichte(Rottanne) von der tiefer wurzelnden Douglasie ersetzt. Große Hoffnung setzt man in die aus mediterranen Klimazonen kommende Atlas-Zeder und die Libanon-Zeder. Dort herrschen heute schon klimatische Bedingungen, die man bei uns in 30 bis 40 Jahren erwartet. Erste Versuche mit diesen Baumarten werden auch bei uns schon gemacht. Im Wald aber denkt man in Generationen und so werden die Ergebnisse dieser Pflanzungen auch erst in 50 oder 100 Jahren sichtbar werden.

Unsere vorherrschenden Laubbaumarten im Hemminger Wald, Eiche, Buche und Esche kommen mit den Klimaänderungen unterschiedlich zurecht. Bislang zeigt sich die Eiche am robustesten. Vor allem die älteren Buchen zeigen deutliche Trockenschäden. Bei den Durchforstungen wird vor allem nach trockenen Buchen geschaut, um der Verkehrssicherungspflicht nach zu kommen, weil die vielen Besucher im Wald von abstürzenden trockenen Ästen gefährdet werden können. Die Esche ist eine aussterbende Baumart, weil es keine Bekämpfungsmöglichkeit des Eschentriebsterbens gibt. Diese Krankheit ist ein aus Asien eingeschleppter Pilz, der den Baum befällt und zum Absterben führt.

Wir bedanken uns für wie immer sehr kompetenten Ausführungen bei Steffen Frank und Dr. Michael Nill und bei der Gemeindeverwaltung für das anschließende Vesper in unserer wunderschönen Waldhütte.

Walter Bauer
CDU-Fraktionsvorsitzender